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40 Jahre KEMPER

1977 - Gerd Kemper gründet die KEMPER GmbH

Die Gefahr, sich beim Schweißen die Augen verblitzen zu können, ist bekannt. Schweißrauch dagegen gilt nicht als gesundheitsgefährdend. An gesetzliche Grenzwerte denkt in der Zeit noch niemand – ebenso wenig wie an eine effektive Absaugtechnik. In Schweden entdeckt Gerd Kemper, der nach seiner kaufmännischen Ausbildung ein Unternehmen mit technischem Hintergrund gründen will, erste Absaugeinheiten. Dort kennt man die Gefahren hinter Schweißrauch – wenn auch rudimentär im Vergleich zu heute. Gerd Kemper bringt sein Wissen mit nach Deutschland. In der heimischen Garage konstruiert er die erste Punktabsaugung im deutschsprachigen Raum – ein Filtergerät, das Schweißrauch direkt an der Entstehungsstelle erfasst und absaugt und ein Prinzip, das heute per Gesetz in der Gefahrstoffverordnung verankert ist. Am 17. März 1977 gründet Gerd Kemper die KEMPER GmbH. Bis heute gilt das Unternehmen als Pionier in der Schweißrauchabsaugung.

1983 - Erstes Produktionsgebäude in Vreden

Dem Erfolg der eigenen Produkte sei Dank, wächst KEMPER bei den Aufträgen und bei der Mitarbeiterzahl – bereits 1979 beschäftigt das Unternehmen zehn Angestellte. Am alten Standort werden die Kapazitäten zu klein. Sechs Jahre nach der Gründung expandiert KEMPER erstmals in größerem Maßstab. Der Hersteller investiert in einen neuen Standort. Auf 3.600 Quadratmetern errichtet er das erste eigene Produktionsgebäude. Das bringt mehr Platz für ein erweitertes Sortiment. Neben der Schweißrauchabsaugung nimmt KEMPER mit Brennschneidtischen auch Absauglösungen für Schneidanwendungen in das Portfolio auf.

1988 - KEMPER startet international durch

Im Heimatmarkt Deutschland ist der Durchbruch geschafft. Qualität und Nutzen der KEMPER-Absaugung sprechen sich über die Landesgrenzen hinaus herum. Ausschlaggebend dafür ist auch die gute Reputation vor allem bei Automobilzulieferern. Diese zieht es zunehmend ins Ausland.

KEMPER eröffnen sich dadurch ganz neue Potenziale. Das Unternehmen zieht hinterher und erschließt neue Märkte. Gut zehn Jahre nach der Unternehmensgründung eröffnet KEMPER erste Tochtergesellschaften in Frankreich und in den USA. Das ist der Auftakt zu einer Reihe von Neugründungen – unter anderem in den benachbarten Niederlanden 1990. Die Internationalisierung nimmt an Fahrt auf.

1989 - Neue Geräte-Generation für verschiedene Arbeitsumgebungen

Der Branchentrend geht in eine eindeutige Richtung: Je nach Einsatzgebiet benötigen Schweißer bei der Arbeit unterschiedliche Absauglösungen – mobil für wechselnde, stationär für feste Arbeitsplätze. KEMPER bietet in seinem Portfolio bereits Lösungen dafür an. 1989 stellt das Unternehmen eine komplett neue Gerätegeneration auf der Branchenleitmesse SCHWEISSEN & SCHNEIDEN vor. Die neuen Schweißrauch- und Elektrofiltergeräte stoßen auf großen Zuspruch. Fahrbar oder stationär sind sie individuell einsetzbar. Damit erweitert KEMPER sein Portfolio um Absauglösungen für verschiedene anwendungsspezifische Einsatzbereiche.

1992 - Weitere Expansion, erste zentrale Absauganlage neue Filtertechnik und weitere Internationalisierung

Anfang der 1990er Jahre wird KEMPER dreistellig. Der Hersteller beschäftigt 1991 mehr als 100 Mitarbeiter. Damit steigt das Unternehmen zu einem wichtigen Arbeitgeber in und um Vreden auf. Der Hersteller eilt seinem kontinuierlichen Wachstum voraus. 1992 entsteht an der Von-Siemens-Straße in Vreden ein modernes Verwaltungsgebäude, das bis heute der Unternehmenssitz ist. Im gleichen Jahr zieht die Belegschaft in die neuen Räumlichkeiten.

Gleichzeitig treibt KEMPER den technischen Fortschritt voran. Neben mobilen und fahrbaren Absauggeräten entwickelt das Unternehmen erstmals eine kompakte zentrale Absauganlage – das System 8000. Ausgestattet mit einer eigenen Steuerung, ist die Anlage bis heute die Grundlage für weitere Entwicklungen im Bereich der zentralen Absauganlagen. Das System 8000 eignet sich für die Abscheidung von Gefahrstoffen bei verschiedenen Verfahren wie dem Schweißen oder Schneiden. Dank des Baukastenprinzips lässt sich das System auf die individuellen Bedürfnisse von Schweißbetrieben anpassen.

Auch in Sachen Filtertechnik leistet KEMPER in diesem Jahr Pionierarbeit. Der Hersteller erzielt einen enormen technischen Sprung bei der Abscheidung von Schweißrauchpartikeln aus der Luft. Als erster Anbieter setzt KEMPER spezielle Membranfilter ein. Diese sind mikroporös und scheiden dadurch selbst Nanopartikel bis zu einer Größe von 100 Nanometern aus der Luft. Diese Filterbeschaffenheit wird später mit den KemTex® ePTFE-Membranfiltern weiterentwickelt.

Die Internationalisierung schreitet parallel voran. Die neue Tochtergesellschaft in Tschechien ist das vierte ausländische Unternehmen in der KEMPER Gruppe. Wenige Jahre später erhält diese eine besondere Bedeutung.


1993 - Erstes fahrbares Filtergerät mit abreinigbarem Filter

Bisher hält der Markt für Schweißer mobile Filtergeräte ausschließlich mit Einwegfiltern bereit, die hohe Folgekosten für Ersatzfilter bei dauerhaften Einsatzzwecken verursachen.

KEMPER nimmt sich dieses Problems an. Mit dem „System 9000 mobil“  entwickelt der Hersteller das erste mobile Absauggerät mit abreinigbarem Filter. Diese Neuentwicklung ist bis heute Grundlage für eine effektive und kosteneffiziente Filtertechnik.

1996 - Die flanschförmige Absaughaube kommt

Bis heute gehört sie zur Grundausstattung an Absaugarmen rund um den Globus: die flanschförmige Absaughaube von KEMPER. 1995 entstehen die ersten Zeichnungen und ein Jahr später erfolgt die Markteinführung.

Das Ziel: dem Schweißer während des eigentlichen Schweißvorgangs das Handling der Schweißrauchabsaugung so komfortabel wie möglich machen. Nicht nur beim Design setzt KEMPER neue Maßstäbe. Dank der Beschaffenheit und Form der neuen Absaughaube erfasst sie 40 Prozent mehr Schweißrauch als herkömmliche Absaughauben. Durch die Möglichkeit, Sie um 360 Grad zu drehen, eröffnet sie Schweißern größtmögliche Flexibilität. Nahezu parallel entwickelt KEMPER auch einen komplett neuen Absaugarm. Dieser lässt sich einfach mit einer Hand verstellen und hält sich dauerhaft freitragend in der vorgegebenen Position. Bis dato waren die Arme an externen Gelenken befestigt und sehr schwergängig.

Die Absaughaube verkauft sich seitdem rund 130.000 Mal.

2000 - Die erste internationale Fertigung geht in Betrieb

KEMPER weitet die eigenen Produktionskapazitäten aus und errichtet in Tschechien einen internationalen Fertigungsstandort. Eine moderne Halle entsteht.

Mit der Expansion gibt KEMPER zudem Antworten auf die drängenden Fragen der Globalisierung. Vor allem die gute Fachkräfteverfügbarkeit in Verbindung mit einer kosteneffizienten Produktion überzeugt das Unternehmen von der Entscheidung, in Tschechien zu investieren.

2002 - 25 Jahre KEMPER

KEMPER feiert Jubiläum. Nach 25 Jahren beschäftigt das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter und hat sich zum führenden Anbieter und Spezialisten für die systematische Luftreinhaltung am Arbeitsplatz entwickelt.

2008 - Ausbau Tschechien

KEMPER setzt weiter auf die internationale Produktion in Tschechien. Wegen der zuvor sehr guten Auftragslage investiert das Unternehmen in den Ausbau der dortigen Fertigung. Eine 10.000 Quadratmeter große Fertigungshalle entsteht. Damit ist die tschechische Tochtergesellschaft wichtigster Standort neben dem Stammsitz in Vreden.

Gleichzeitig zwingt der Finanz-Crash in den USA das Unternehmen in die Kurzarbeit. Der Umsatz bricht von einem auf das andere Jahr um mehr als 40 Prozent ein. „Die schwierigste Phase in meiner Zeit als Unternehmer in einem familiär geprägten Umfeld“, wie Gründer Gerd Kemper rückblickend sagt. Geschäftsführung und Mitarbeiter ziehen an einem Strang. Das Unternehmen geht gestärkt aus der Krise.


2011 - Hinein in den Markt für Raumlüftungen

Auf dem Markt für Schweißrauchabsaugung führen Raumlüftungen bisher ein Schattendasein. Um Schweißrauch effektiv zu erfassen, muss eine Punktabsaugung her – so steht es im Arbeitschutzgesetz. Doch die Nachfrage steigt.

Mit KemJet steigt KEMPER in den Markt für Raumlüftungssysteme ein. Das Unternehmen empfiehlt sie als Ergänzung zu Punktabsaugungen und für solche Fälle, in denen Punktabsaugungen nicht handhabbar sind. Aus dem anfänglich nachfragebetriebenen Markt wird zunehmend ein fester Bestandteil im Portfolio. Mit dem CleanAirTower entwickelt das Unternehmen 2013 eine Verdrängungslüftung, die individuell versetzbar ist. Die Bedeutung von Raumlüftungssystemen wächst vor dem Hintergrund der verstärkten Betrachtung der gesamten Raumluft über den einzelnen Arbeitsplatz hinaus.

2013 - Null Berührungspunkte selbst bei der Entsorgung

KEMPER denkt die Gefahrstoffkette weiter. Nicht nur, dass das Unternehmen über ein breites Portfolio für Absaug- und Filterlösungen verfügt.
Ab 2013 schafft der Hersteller eine Lösung, die einen Kontakt mit den Gefahrstoffen bei ihrer Entsorgung vermeidet. Diese Entwicklung nennt sich kontaminationsfreier Staubaustrag und Staubsammlung und wird auf verschiedene Lösungen übertragen. Damit schließt KEMPER eine Lücke bei der Absaugtechnik.

2016 - Vernetzte Anlagen: Das Zeitalter von Arbeitsschutz 4.0 beginnt

Die Industrie 4.0 erreicht den Arbeitsschutz. Mit KEMPER Connect entwickelt das Unternehmen ein Konzept, in dem sich Absauganlagen und Raumlüftungssysteme automatisch miteinander vernetzen können und auch untereinander kommunizieren. Grundlage dafür ist das ebenfalls 2016 eingeführte Luftüberwachungssystem AirWatch. Dieses misst permanent die Feinstaubbelastung in der Luft, gleicht sie mit Grenzwerten ab und schaltet Absauganlagen und Raumlüftungssysteme bei Bedarf ein oder automatisch wieder aus, solange die hinterlegten Grenzwerte eingehalten werden. Für die Kommunikation unter den Anlagen entwickelte KEMPER eigens ein autarkes Funknetzwerk.

2017 - 40 Jahre Schweißrauchabsaugung – 40 Jahre KEMPER

Schweißrauchabsaugung hat über Deutschland hinaus einen Namen: KEMPER. Bis heute gilt das Unternehmen als Pionier in der Luftreinhaltetechnik.

40 Jahre nach der Gründung beschäftigt der Hersteller rund 300 Mitarbeiter weltweit. Mehr als 100.000 Betriebe in rund 50 Ländern auf allen Kontinenten setzen auf die Luftreinhaltetechnik von KEMPER. „Vor 40 Jahren waren wir froh, dass die Schweißer das Gesundheitsrisiko überhaupt verstanden. Damals hätte niemand daran gedacht, dass wir heute die Größe von Feinstaubpartikeln bestimmen können“, sagt Gründer Gerd Kemper. Die Zukunft sieht das Unternehmen in der Betrachtung der gesamten Hallenluft über den einzelnen Schweißplatz hinaus – und durchaus auch in anderen Branchen abseits der Metallverarbeitung. „Ein sauberes Arbeitsumfeld mit einer reinen Hallenluft wird vor dem Hintergrund der Feinstaubproblematik das ausschlaggebende Argument für die Entscheidung zugunsten eines Arbeitgebers sein“, sagt Geschäftsführer Björn Kemper. „Und auf der anderen Seite profitieren Betriebe von einer höheren Produktivität.“

Die KEMPER-Mission geht weiter …