Home Aktuelles News Anwenderbericht - Raumlüftung: Ergänzung zu Punktabsaugungen

Raumlüftungssysteme: mehr als eine Ergänzung von Punktabsaugungen

Wenn Punktabsaugungen beim Schweißen nicht praktikabel sind, wenn unbeteiligte Mitarbeiter in der Werkshalle vor dem Schweißrauch geschützt werden sollen, dann greifen Raumlüftungssysteme. Das Beispiel der niederländischen Heerema Fabrication Group zeigt, wie sich metallverarbeitende Betriebe effizient aufstellen können. Seit kurzem setzt der Hersteller den CleanAirTower von KEMPER ein.

Je dichter Schweißrauch am Entstehungsort erfasst wird, desto größer ist die Chance, alle gefährlichen Partikel aus der Luft in der Werkshalle abzusaugen. In Sachen Arbeitsschutz gilt in metallverarbeitenden Betrieben daher immer: Vorrang für sogenannte Punktabsaugungen. Nicht umsonst schreibt das Gesetz vor, Gefahrstoffe direkt am Entstehungsort aufzunehmen. Nur dadurch ist ein hoher Erfassungsgrad der gefährlichen Staubpartikel, die beim Schweißen entstehen, garantiert. Doch die Praxis sieht oftmals anders aus. Kleinteilige Schweißungen an mehreren Stellen machen eine Punktabsaugung durch den ständigen Schweißplatzwechsel nicht praktikabel. Auch beim Schweißen großer Werkstücke ist eine Punktabsaugung häufig nicht realisierbar. Teilweise lassen sich die Schweißplätze durch die Beschaffenheit der Werkstücke mit Punktabsaugungen gar nicht erreichen. Und wenn Schweißer diese nicht optimal positionieren, entweichen Staubpartikel in die Werkshalle.

Arbeitsschutz-Leck mit Raumlüftungen schließen

Dieses Leck bei der unmittelbaren Schweißrauchabsaugung schließen Raumlüftungssysteme. Wenn Punktabsaugungen nicht praktikabel sind, sind sie mehr als reine Ergänzung. Zudem garantieren Raumlüftungen auch den Schutz Unbeteiligter im Umfeld von Schweißanwendungen. Während Schweißer nämlich am Entstehungsort des Schweißrauchs durch spezielle Schweißerschutzhelme mit automatischer Belüftung und Filterung geschützt sind, gelangt der Schweißrauch ungehindert in das Umfeld. Mitarbeiter ohne Atemschutz sind den schädlichen Staubpartikeln schutzlos ausgesetzt. Und nicht nur das: Eine Raumlüftung verbessert durch die ständige Umwälzung der Luft auch das Innenraumklima und spart bis zu 70 Prozent Heizkosten ein.

Unternehmen haben dabei die Wahl zwischen zwei Arten von Raumlüftungen – zwischen der Mischlüftung sowie der Schicht- bzw. Verdrängungslüftung.  Beide Verfahren saugen die Luft in einer Höhe von vier bis sechs Metern an. Bei der Mischlüftung wird die gereinigte Luft dann in einer Höhe von vier Metern über Düsen oder Lüftungsgitter ausgeblasen und so die gesamte Luft durchmischt. Verdrängungslüftung hingegen unterstützt die Thermik des Schweißrauchs durch eine Luftzuführung von unten. Auch deshalb empfiehlt die Berufsgenossenschaft dieses System. Im Bereich der Schweißarbeitsplätze wird der Werkshalle saubere Luft impulsarm an bodennahen Quellauslässen zugeführt. Die aufsteigende Luft unterstützt den natürlichen Auftrieb des Schweißrauchs zielgerichtet in die Höhe. Dadurch steigt die Luftqualität im Umfeld der Quellauslässe und somit im Atembereich der Mitarbeiter.

Heerema Fabrication Group vermied mit neuem System Schweißrauchdecke

Seit Mitte vergangenen Jahres verstärkt die niederländische Heerema Fabrication Group, Hersteller von Offshore-Einrichtungen für die Öl- und Gasindustrie, den Arbeitsschutz ihrer Schweißer mittels einer neuen Raumlüftung in ihrer Niederlassung in Zwijndrecht bei Rotterdam. Vor dem Hintergrund der Fertigung großer Werkstücke wie Rohrleitungen oder Teile für Plattformen blieb der Arbeitsschutz bis dato zweitrangig. Wegen der unpraktikablen Punktabsaugung schweißten die Mitarbeiter ausschließlich mit persönlicher Schutzausrüstung. Eine wirksame Absaugung fehlte. Der Schweißrauch strömte ungehindert in die Halle. Folge war eine ständige Schweißrauchdecke in rund vier Metern Höhe quer durch die Halle.

Auf der Suche nach einer effizienten Lösung plante die KEMPER GmbH, Hersteller von Absaug- und Filtersystemen aus dem westfälischen Vreden, mehrere Möglichkeiten zur Luftreinhaltung. Wegen der ständig wechselnden Arbeitsplätze schien Heerema eine zentrale Raumlüftung als nicht sinnvoll. Am Ende entschieden sich die Niederländer für das neue System CleanAirTower. Heerema setzt in der 100 Meter langen und 25 Meter breiten Halle vier der neuen Systeme ein.

System mit empfohlenen Lüftungsprinzip im Einsatz

„Seitdem wir die vier Tower bei uns einsetzen, hat sich die Luftqualität extrem verbessert“, betont Bart Pluijmers, Asset- und Facilitymanager bei Heerema Zwijndrecht. Der CleanAirTower agiert nach dem empfohlenen Schichtlüftungsprinzip. In einem Radius von bis zu zwölf Metern saugt jeder Turm in einem 360-Grad-Umkreis die verunreinigte Luft in vier Metern Höhe an. Gelangt die Luft in das Innere, treffen die Partikel zuerst auf sogenannte Drallbleche. Diese versetzen die Luft in Rotation, sodass schwere Partikel und Funken direkt in eine Austragsrinne gelangen, ohne das Filter zu belasten.

Bei zunehmender Staubbeladung des Filters bleibt die Absaugleistung durch die Regelung konstant. Bei Bedarf wird das Filterelement mit Druckluft abgereinigt. Die Partikel fallen in einen hermetisch absperrbaren Bereich, aus dem sie pneumatisch ausgetragen und in eine wechselbare Einwegkartusche gefördert werden. So ist eine kontaminationsfreie Entsorgung der schädlichen Feinstäube möglich. Diese bisher einzigartige Technik hat KEMPER zum Patent angemeldet. Die gesäuberte Luft wird von unten  im 360-Grad Radius der Halle impulsarm wieder zugeführt und verstärkt den Auftrieb des Schweißrauchs.

CleanAirTower erzielt durch flexible Einsetzbarkeit Tiefenwirkung

Heerema kommt auch die Flexibilität des CleanAirTowers zugute. Herkömmliche Verdrängungslüftungen sind punktuell einsetzbar und erzielen in einem bestimmten Umkreis Wirkung. Eine Tiefenwirkung bleibt dann allerdings aus. Versetzt in der Halle angeordnet, decken die CleanAirTower bei Heerema zwar ohnehin einen breiten Radius ab. Weil die CleanAirTower im Gegensatz zu herkömmlichen Verdrängungslüftungen aber nicht an ein Rohrsystem angeschlossen sind, ist Heerema in der Lage, die Systeme bei sich ändernden Schweißarbeitsbereichen flexibel in der Halle neu zu platzieren.

„Heute bleiben die Tore geschlossen und wir müssen nicht mehr manuell lüften. Die bereits erwärmte Luft bleibt zudem in der Halle.“ Eine Schweißrauchdecke wie früher entstehe heute nicht mehr. Aber vor allem wichtig: „Bei unseren Mitarbeitern führt der Einsatz der CleanAirTower von KEMPER zu einer großen Arbeitszufriedenheit“, sagt Pluijmers.


Video - Funktionsweise Raumlüftung CleanAirTower



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