Schweißrauch und Schneidstaub - Das Wichtigste vorweg:

  • Beim Schweißen, Schneiden und verwandten Verfahren, wie beispielsweise Thermisches Spritzen oder Löten, werden Schweißrauch, Gase und Partikel freigesetzt. Diese Emissionen sind als Gefahrstoffe klassifiziert.
  • Diese Partikel sind einatembar, größtenteils sogar alveolengängig und können, je nach chemischer Zusammensetzung, schwere Atemwegserkrankungen und sogar Krebs hervorrufen.
  • Die Schweißrauch Emissionen enthalten darüber hinaus eine sehr hohe Anzahl an Nanopartikeln, die bis in die Zellen vordringen können und dort bisher unerforschte toxikologische Wirkung haben können.
  • Vorrangig aus Gründen des Arbeitsschutzes, aber auch aufgrund des Umweltschutzes sind daher Maßnahmen zur Luftreinhaltung erforderlich. Das Absaugen der Emissionen im Enstehungsbereich stellt hierbei den bestmöglichen Schutz dar.

Die einschlägigsten Vorschriften

Arbeitsschutzgesetz, § 5 ArbSchG „Beurteilung der Arbeitsbedingungen"

  • Pflicht des Betreibers, Schutzmaßnahmen zu treffen, regelmäßig zu überprüfen und zu dokumentieren. Keine Aufnahme der Tätigkeit ohne Schutzmaßnahmen.

Gefahrstoffverordnung, GefStoffV Anhang I Nr. 2 „Partikelförmige Gefahrstoffe“

  • Vollständige Erfassung an der Entstehungsstelle, Luftrückführung nur nach ausreichender Reinigung.
  • Absaug- und Filteranlagen müssen dem Stand der Technik entsprechen und sind mindestens jährlich auf Funktion und Wirksamkeit zu prüfen.

Technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 528 Absatz 4.1. beschreibt erforderliche Schutzmaßnahmen zur Reduzierung der Gefahrstoffbelastung für Beschäftigte in folgender Reihenfolge:


1. Auswahl von gefahrstoffarmen Verfahren und Zusatzwerkstoffen - Substitution
2. Lüftungstechnische Maßnahmen – Erfassung der Emissionen
3. Organisatorische und hygienische Maßnahmen – Vermeidung von Kontakt, Einatmen
4. Persönliche Schutzmaßnahmen - Tragen von Atemschutz


>> zu 2. Gefährungsbeurteilung
>> zu 3. Maßnamen zur Schweißraucherfassung
>> zu 4. Wirksamkeitsüberprüfung und allgemeinem Staubgrenzwert